Satsang

tl_files/Galerie Bilder/2006/Shri Prakash Ji. Ashram in Berlin. Satsang. 2006.jpg

(Sat = Wahrheit, das Wahre, das Wahrhaftige
Sang = Gemeinschaft, Zusammensein, Umfeld)

Das Wort Satsang bedeutet Zusammensein in Wahrheit, ein Gespräch über das Göttliche, über das Wahre oder Wahrhaftige. Es bedeutet Freundschaft (Sichanfreunden) mit der Wahrheit, Reflektion über Gott, seine Eigenschaften, seine Gnade. Beim Satsang vermittelt Shri Prakash Ji das ewige, das ursprüngliche Wissen, das immer da war, immer da ist und immer da sein wird. Beim Satsang erhält jeder Mensch Wissen zu einem Thema, das ihn momentan am meisten beschäftigt. Und viele Menschen bekommen Antworten auf Fragen, die sie interessieren, die sie aber nicht laut gestellt haben. Der Sadguru hat die Fähigkeit, das zu verstehen, was die Menschen selbst nicht sehen können und kann dadurch die brennendsten Fragen des Lebens der Menschen beantworten.

Ein Satsang ist wichtig für denjenigen, der noch gar kein Wissen hat, für denjenigen, der schon etwas Wissen hat und für denjenigen, der schon das ganze Wissen erlangt hat. Ein Gleichnis aus alten spirituellen Schriften erzählt über Sukhdevo. Er war ein geborener Brahmagyani, der diesen Zustand schon im Bauch seiner Mutter erreicht hat. Als sie schwanger war, hat sein Vater Vedavyasa, der selbst ein Brahmagyani war, ihr das Wissen vermittelt, so dass Sukhdevo es sich bereits dort – im Bauch seiner Mutter – aneignen konnte und es bei seiner Geburt schon besaß. Als er erwachsener wurde, sagte sein Vater zu ihm, dass er Satsangs brauche. Sukhdevo antwortete: „Vater, ich weiß doch, wer Gott ist. Sie wissen ganz gut, dass ich es weiß, wer Sie, wer ich und wer Gott ist – wozu brauche ich Satsangs?“ Der Vater erwiderte: „Satsangs sind immer notwendig. Sieh – ich habe den Brahmagyani - Zustand erreicht. Trotzdem möchte ich Satsangs durchführen, denn in diesem Zustand bleibt nichts anderes übrig als das, alles ist offensichtlich.“

Solange es nicht so ist, beunruhigt sich der Mensch, was morgen sein wird, was er morgen tun wird. Und wenn alles offensichtlich ist – was würde man tun? Dann spricht man über Gott und inspiriert diejenigen, die Gott noch nicht erkannt haben.

Vedavyasa schickte Sukhdevo zum Satsang zum König Janak, der auch ein Brahmagyani war, und von ihm bekam er das praktische Wissen.

Satsangs sind immer im Leben notwendig. Wenn der Mensch über Gott spricht, von Gott hört, reinigt sich jede Zelle.

Satsang bedeutet, über geistige Themen zu sprechen, aber nicht zu streiten. Manchmal sprechen Menschen über geistige Themen und fangen dabei an, miteinander zu streiten, zu debattieren. Das ist dann kein Satsang mehr. Ein Satsang gibt immer Freude, Ruhe, Bhakti.

Sukhdevo hatte die Gewissheit bekommen, dass er sein ganzes weiteres Leben lang, wo auch immer er hinginge, über Gott sprechen würde.

Wenn der Mensch Gott liebt, denkt er an gute Eigenschaften. Man sollte lernen, zu lieben.

Regelmäßige Satsangs sind sehr wichtig im Leben. Bei demjenigen, der die Wichtigkeit der Satsangs noch nicht versteht, ist das geistige Karma noch nicht erwacht. Ein Satsang ist ein sehr guter Nektar, der – wenn man ihn trinkt – bewirkt, dass alles gereinigt, sehr gut und richtig wird. Man lernt dabei, das Leben besser zu verstehen, es von verschiedenen Seiten zu betrachten. Selbst wenn man viele Jahre lang die Veden liest, wird man nicht alles verstehen, doch beim Satsang wird man vieles verstehen können.

Es gibt nichts anderes, was einem ständige innere Ruhe und Zufriedenheit verschaffen kann.

Man muss die Wichtigkeit von Satsangs begreifen.

Wenn man regelmäßig seine Praxis ausübt und an Satsangs teilnimmt, wird sich vieles im Leben verändern.

Einst gab es einen stolzen König und in seinem Königreich lebte ein Sadguru, den er jedoch noch nie getroffen hatte. Obwohl ihm einige Menschen von ihm berichtet hatten, war er nicht zu ihm gegangen. Dann schied der König aus dem Leben. Erst sein Enkel ging zu diesem Sadguru, zu seinen Satsangs, zu den Treffen mit ihm.

Wenn in einer Familie wenigstens ein Mensch geboren wird, der geistige Reife erlangt, bringt das viel Gutes, nicht nur für ihn selbst, sondern für viele vergangene und nachfolgende Generationen. Durch die Gnade des Lehrer hatte der Enkel des stolzen Königs Wissen erlangt und fragte den Lehrer: „Durch die Satsangs habe ich verstanden, dass meine Vorfahren, die sich nicht mit der Geistigkeit beschäftigen, sich möglicherweise nicht in einer guten Welt befinden, kein gutes Leben führen. Wie kann ich ihnen helfen?“ Der Lehrer antwortete: „Du stellst mir eine sehr gute Frage, weil dein Großvater jetzt ein Leben als Schlange führt. Er wurde als Schlange wiedergeboren. „Und wie kann ich ihm helfen?“ Der Lehrer sagte: „Du wurdest geboren, damit es anderen gut geht, und zwar aufgrund deiner Gebete, deines guten Sanskara, deines guten Karmas.“

Daraufhin organisierte der Enkel, der ein großer König war, einen großen Satsang, zu dem er alle einlud. Als der Satsang begann, erschien eine dicke Schlange und einige Leute wollten weglaufen. Doch der Lehrer sagte, sie sollten ruhig sitzen bleiben, denn die Schlange sei der Großvater des Königs und würde niemanden beißen. Er komme, um den Satsang zu hören. Gott hatte bewirkt, dass er als Schlange geboren wurde, doch Schlangen haben keine Ohren wie Menschen. Er sollte also in diesem Leben auch keinen Satsang hören. Als Schlange kam er nach seinem Gefühl und platzierte sich in der Nähe des Satsangs. Der König sah die Schlange und verstand, wer das war. In den Shastren steht geschrieben, dass ein Licht zu sehen war und dass der Großvater dort die Befreiung aus dem Schlangenkörper erfuhr.

Ein Satsang gibt einem viel geistige Energie, die man zwar nicht sofort sieht, die aber viel verändern kann. Der Enkel bedankte sich bei seinem Lehrer dafür, dass Er ihm so viel Wissen vermittelt hatte. Es ist wichtig, dass der Mensch an Gott glaubt, Ihn liebt und sich geistig vervollkommnet.

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